Künstlerhaus Bremen

Ina Raschke


aus der Reihe "Unbekannt"

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2006 - 2008 / Zeichnung
Bunt- und Bleistift auf Papier / 2,9 cm x 8,5 cm

 

Text von Elke Bippus

Pikto_gramme
Die feinen Zeichnungen Ina Raschkes erinnern auf einen ersten oberflächlichen Blick an asiatische Naturdarstellungen, wie sie vornehmlich über das Produktdesign artifizieller und stilisierter dekorativer Alltagsgegenstände transportiert werden. Sie lehnen sich aber auch an die aus der Tradition wissenschaftlicher Atlanten bekannten objektivierenden taxonomischen Illustrationen an. Die Künstlerin verbindet in ihrer Formensprache dementsprechend Elemente, die für eine artifizielle und natürliche Naturdarstellung stehen.
Durch die Verquickung historischer, wie sozio- und interkultureller Darstellungsmuster reflektieren die Zeichnungen die zumeist unbewusst bleibenden bildlichen Prägungen unserer Vorstellungen und unserer Erkenntnisvermögen von Welt. Die Akzentuierung des Zeichnens und der Zeichnung selbst unterbricht dabei ein bloß wieder erkennendes Sehen. So verweist beispielsweise die in ihrer Reduziertheit geradezu zum Piktogramm geronnene Darstellung – Knospe und Stiel – trotz ihres hohen Wiedererkennungswertes „gelbe Blume“ auf die Darstellung selbst. Es handelt sich nicht um schnell Hinskizziertes oder schablonenhaft Reproduziertes, vielmehr wirken die Zeichnungen ungelenk oder – positiv formuliert – hoch konzentriert. Es scheint vornehmlich um das Ziehen der Linien zu gehen, um das Zeichnen von Flächen, um die kompositionelle Verteilung der Elemente auf dem Blatt. Die Zeichnung legt sich über ihren informativen, symbolischen Wert und macht sich selbst zum Thema. Anstelle eines gegenstandbezogenen wieder erkennenden Sehens wird ein flächenbezogenes Sehen provoziert, welches das Schreiben des Bildes und damit unsere bildlichen Prägungen liest.