Künstlerhaus Bremen

Aktuell



20. Mai – 13. August 2017
Eröffnung: 19. Mai, 20 Uhr
Am Freitag, den 19. Mai 2017, feiern die Kunstinstitutionen auf und in der Nähe des Bremer Teerhofs einen Abend der Kunst mit der Eröffnung von drei Ausstellungen.
Ab 19 Uhr sind alle Häuser geöffnet.
Eröffnungsreden:
19 Uhr: Weserburg | Museum für moderne Kunst
19.30 Uhr: GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst
20 Uhr: Künstlerhaus Bremen
Lina Hermsdorfs Ausstellungen beruhen auf zeit-basierten Prozessen, in deren Zentrum die Erfahrung des Besuchers steht. Ihre Auseinandersetzung mit biologischen und physikalischen Phänomenen mündet in nicht-linearen Narrationen, die das Grundgerüst ihrer Werke bilden. Diese materialisieren sich in Installationen und Performances, die das Zusammenspiel von Raum, Körper und Sprache erforschen.

Für das Künstlerhaus Bremen hat die deutsche, in London lebende Künstlerin ein neues Projekt entwickelt, das sowohl installativ als auch akustisch agiert und die Präsenz der Transparenz in der heutigen Gesellschaft reflektiert. über ihre Materialeigenschaft hinaus ebnet Transparenz den Weg für einen phantasierten, unbegrenzten Zugang zu Informationen aller Art und zum Anderen. Ihre Eigenschaft, getrennte Räumlichkeiten in einem Blick erfassen zu lassen ohne sie zu begehen, wird von Hermsdorf dem Motiv des Doppelgängers gegenübergestellt – ein Protagonist, der sich gleichzeitig an zwei Orten befindet. Häufig in der Literatur und der bildenden Kunst der deutschen Romantik zu finden, bildet er ein nie vollständig erfassbares, undurchdringliches Pendant zur Allgegenwart des systematischen, informationssammelnden Blickes. Er ist in der Performance und in einer Audio Arbeit präsent, die im Riss zwischen dem Sichtbaren und dem Inneren handeln und Fragen zur Zirkulation, Zugänglichkeit und Entgrenzung aufwerfen. Die von der Transparenz verursachte Trennung zwischen visueller und körperlicher Erfahrung wird ebenfalls im Titel angedeutet: Er weist auf die Reduzierung des Körpers auf das Auge hin und auf die vermeintliche Macht, die mit der Möglichkeit assoziiert wird, alles sehen zu können.
Lina Hermsdorf (*1985 in Hamburg) studierte Angewandte Theaterwissenschaft bei Heiner Goebbels an der Universität Gießen und Freie Bildende Kunst an der Städel-schule in Frankfurt am Main. Ihre Arbeiten wurden bereits u.a. im Museum Abteiberg Mönchengladbach, im Portikus, Frankfurt und in der Kunsthalle Baden-Baden gezeigt. Ihre Ausstellung findet in Zusammenarbeit mit Flat Time House in London statt, ehemals das Atelier und Wohnort von John Latham, dessen Arbeit in Bremen in Form von Röntgen Aufnahmen seines Thoraxes nach einem Unfall zu sehen ist. Das zweite Kapitel des Projektes wird im Oktober dieses Jahres dort eröffnen.

Lina Hermsdorf´s exhibitions unfold as time-based processes that place the experience of the viewer at their centre. Their non-linear, polysemous narratives often materialize in installations and performances, with a particular focus on biological phenomena relating to the corporeal and temporal texture of technologically infiltrated bodies. Frequently taking into account the specific histories of her performers, Hermsdorf combines biographical material with a multitude of voices, forming avatar-like characters that meander between virtual and physical realities.

At the Künstlerhaus Bremen, Hermsdorf (b. 1985 in Hamburg) presents Vantage Point, a new sonic and architecture-based project that revolves around the figure of the Doppelgänger and its relation to transparency as a fantasy of unlimited access to all forms of information.The term Doppelgänger, which first emerged in German Romantic literature and art, acts here as an opaque foil to the omnipotent gaze of the systematizing, information-gathering machines and corporations of today´s world. Prefigurations of the Doppelgänger can be found in ancient mythology where they represent a loss of the past and an externalization of the soul, which becomes separated from the body and exists at the threshold of the visible and invisible worlds. The performance on the opening weekend operates within the gap between the externalized and visible, the internal and elusive, with the performer Casper at times blending into their voices through movement and lipsynching. Casper´s recalling of their former lives, which will remain as a decorporealized shadow within the audio piece, explores the experience of a schism and alludes to a multitude of possible selves.

The exhibition takes place in collaboration with Flat Time House in London, formerly the home and studio of the late artist John Latham whose work is included in the exhibition in the form of hospital x-ray images of his chest, documenting an accident he had. The second chapter of the project will open there in October.

PROGRAMM

Donnerstag, 15. Juni, 19 Uhr: Künstlergespräch mit Lina Hermsdorf
Donnerstag, 29. Juni, 19 Uhr: Dean Kissick wird einen Auszug aus seinem Debütroman The Grove lesen, welcher von einem Künstler handelt, der einen Doppelgänger schafft. Kissick schreibt eine monatliche Kolumne für Spike Magazin, The Downward Spiral, und veröffentlichte kürzlich Beiträge in der Vice Fiction Issue und in Somesuch Stories Teil 1 und 2.
Sonntag, 13. August, 14 Uhr: Kuratorenführung durch die Ausstellung mit Fanny Gonella


Die Ausstellung wird gefördert durch die Waldemar Koch Stiftung.
Newsletter abonnieren