Künstlerhaus Bremen

Bremer Freiheit


  • Ralf Berger //
  • Mathilde ter Heijne //
  • Olaf Nicolai //
  • Thomas Rentmeister //
  • Gregor Schneider //
  • Clemens von Wedemeyer

25. Juni bis 2. Oktober 2005
Eröffnung // Opening: Fr 24. Juni // 19.30 Uhr
Begrüßung // Welcoming speech:
Waltraut Steimke, Geschäftsführung Künstlerhaus Bremen
Einführung // Introduction:
Susanne Pfeffer, Künstlerische Leitung Künstlerhaus Bremen
Öffnungszeiten: Mi – So // 14.00 – 19.00 Uhr
Opening hours: Wed – Sun // 14.00 – 19.00 hrs

Künstlerhaus Bremen // Am Deich 68/69 // 28199 Bremen
Tel: 0049.(0)421.508 598 // Fax: 0049.(0)421.508 305
Mail: buero@kuenstlerhausbremen.de

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Programm // Programme

  • Mi 13.7. 20.00 Uhr // Bremer Freiheit // R.W. Fassbinder (1972) // In Kooperation mit dem Kino 46 // Waller Heerstr. 46 // 28217 Bremen
  • Mi 10.8. 19.30 Uhr // Hausbesuch // Führung durch die Ausstellung und Besuch der Ateliers von Theresia Janssen und Astrid Nippoldt Eintritt frei
  • Mi 7.9. 19.30 Uhr // Filmabend im Künstlerhaus // Big Business, Laurel & Hardy (1929) // Süßes Gift, Claude Chabrol (2000) Eintritt frei

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Ich habe dich davor bewahren wollen, das Leben, das du führst, noch weiter führen zu müssen.

Geesche Gottfried, Bremer Freiheit (1971) von R.W. Fassbinder

1971 schrieb Rainer Werner Fassbinder sein Bürgerliches Trauerspiel Bremer Freiheit über die Serienmörderin Geesche Gottfried. Auf ihren ersten Giftmord aus Notwehr folgt einer aus Liebe, dann einer aus Verzweiflung, und schließlich der Mord, der die Befreiung von erstickender Bevormundung bringen soll und doch nur zu weiteren fatalen Anmaßungen über Leben und Tod führt. Ihren eigenen sich abzeichnenden Tod nimmt sie gelassen hin, er hat seinen Schrecken verloren, ist längst zu ihrem Verbündeten geworden. Die Figur der Geesche Gottfried und ihre Motive faszinieren über die Jahrhunderte. Noch heute wird auf den Granitstein im Bremer Domshof, der Geesche Gottfrieds Hinrichtung dokumentiert, gespuckt. War die berüchtigte Giftmörderin eine Terroristin im Kampf gegen die Fremdbestimmung, gegen den biedermeierlichen Mief, der ihre Unterdrückung christlich-paternalistisch verkleidete? Mit anderen Worten war sie: Gesina die Teufelsbraut, wie in dem gleichnamigen 1829 unter Pseudonym verfassten Theaterstück?

Die Ausstellung Bremer Freiheit zeigt Arbeiten zu Formen der Gewaltausübung und den Konstellationen, in denen diese gedeihen können. Die Werke von Ralf Berger, Mathilde ter Heijne, Olaf Nicolai, Thomas Rentmeister, Gregor Schneider und Clemens von Wedemeyer fordern dazu auf, Fassbinders Stück Bremer Freiheit neu zu denken.

Gefördert von der Karin und Uwe Hollweg Stiftung


I wanted to save you from having to continue leading the life that you lead.

Geesche Gottfried, Bremer Freiheit / Bremen Coffee (1971)by R.W. Fassbinder

Rainer Werner Fassbinder wrote his tragic play Bremer Freiheit about the serial killer Geesche Gottfried in 1971. Her first murder (she poisoned someone in self-defence) was followed by a murder committed out of love, then one committed out of despair, and finally there was the murder which was to bring liberation from a suffocating suppression, but only led to further fatal encroachments on other people’s lives. Geesche calmly accepts her own impending death, which has lost its terror for her having long since become her accomplice. The figure of Geesche Gottfried and her motives have exerted a fascination for centuries. Even today, the granite sculpture in Domshof documenting Geesche Gottfried’s execution still inspires people to spit at it in contempt. Is the famous poisoner Gesina a bride of the devil, to refer to the title of a play written anonymously in 1829? Or is she, as suggested in Fassbinder’s version, a terrorist battling against heteronomy, domestic violence, against suppression in a Christian-paternalistic guise and against biedermeier small-mindedness?

The exhibition Bremer Freiheit contains works dealing with various forms of violence and the constellations in which violence can thrive. The works by Ralf Berger, Mathilde ter Heijne, Olaf Nicolai, Thomas Rentmeister, Gregor Schneider and Clemens von Wedemeyer challenge us to reconsider Fassbinder’s play Bremer Freiheit.

Supported by Karin und Uwe Hollweg Stiftung