Gaststipendium

Das Gaststipendium des Künstlerhauses Bremen wird durch den Verein getragen. Die KünstlerInnnen (Mitglieder) wählen jährlich auf Basis der Vorschläge der Mitglieder eine/n GaststipendiatIn für das Fogejahr aus. Es handelt sich in der Regel um einen 4-wöchigen Arbeitsaufenthalt im Gastatelier des Künstlerhauses. Eine kleinere Präsentation der Werke ist vorgesehen - gerne auch im Rahmen der offenen Ateliers.

Erdmute Prautzsch - Gaststipendiatin im Jahr 2016

Die Künstlerin studierte bis 1999 an der Fachhochschule Hamburg - FB Gestaltung und ist seither freischaffend künstlerisch tätig. In den Jahren 2001/2002 erhielt sie ein Jahresstipendium des Landes Schleswig-Holstein
im Künstlerhaus Lauenburg/Elbe. Unter anderem bekam sie 2013 den Deutschen Installationskunstpreis der 6. Höhler Biennale Gera sowie den 1. Preis Kunst am Bau, Neubau Bundesministerium für
Bildung und Forschung, Dienstsitz Berlin (ausgeführt 2014).

 

Über ihren Gastaufenthalt hier im Künstlerhaus Bremen berichtete sie wie folgt:

"Für fünf Wochen bin ich aus Hamburg nach Bremen gekommen, eingeladen zu einem Gastaufenthalt im Künstlerhaus Bremen. Also keine weite Anreise; Bremen kannte ich bisher nur ein wenig von kurzen Besuchen sowie meiner Ausstellung „Homezone“ in der Galerie Herold im Jahr 2011. Im Gepäck: kein konkretes Projekt, sondern eine Hand voll Ideen, ein „Not-Koffer“ Material, – aber vor allem Lust, fern vom Alltäglichen zu sein, Neues kennenzulernen, und als kleines Experiment zu schauen, was vor Ort so passiert. Dazu gab mir das Stipendium ganz ungezwungen Gelegenheit. Simplify Your Life: Eine Atelierwohnung mit viel freiem Platz in zentralster Lage, ein Fahrrad mit nur einem Gang, dazu eine Aufwandsentschädigung – so konnte ich Bremen ausgiebig erkunden und mit Freiheit und Offenheit die Umgebung aufnehmen. Dies konnte unmittelbar in meine Arbeit, in der immer auch die Auseinandersetzung mit dem direkten Umfeld eine zentrale Rolle spielt, einfliessen. Es entstanden einige Arbeiten, die die (Aus-)Zeit selbst und das Umfeld Bremen thematisierten. Im Atelier installierte Zeichenmaschinen ließen mir Zeit für weitere Erkundungstouren. Dort gemachte (selbst manchem Bremer und mancher Bremerin unbekannte) Entdeckungen ergaben in Wort, Foto und Collage erweiternde Konnotationen zu vorher bestehenden Arbeiten. Sehr passend konnte ich dies während meines Aufenthaltes bei den Offenen Ateliers / Hausbesuch 2016 präsentieren und dadurch auch das Künstlerhaus noch besser kennenlernen. Mich beeindruckte insgesamt die Organisation des Hauses und das Engagement; in Hamburg kenne ich keine vergleichbare Institution. Super auch der offene Computerworkshop, den ich gut nutzen konnte. Auch in der Nähe lässt sich also über den Tellerrand schauen und Inspiration erfahren. Vielen Dank dafür, weiter so – und gerne wieder!"

Humberto Planas - Gaststipendiat im Jahr 2015

Humberto Planas ist ein zeitgenössischer Künstler aus Santiago de Cuba. Er studierte an der Kunsthochschule "Instituto Superior de Arte" (I.S.A.) und machte dort 2004 seinen Abschluss.
Er war als Künstler und Lehrer in Havanna und Granada tätig. Weitere Stipendien erhielt er in Berlin und Athen.

Gözde Ilkin - Gaststipendiatin im Jahr 2014

Die Künstlerin lebt und arbeitet in Istanbul. Sie studierte Malerei an der Fakultät der Schönen Künste, Mimar Sinan Universität Istanbul, Türkei (Master Abschluss 2008 an der Marmara Universität, Istanbul).
In den Jahren 2006 bis 2013 war sie Mitglied des Künstlerkollektivs AtılKunst.

Christine Schulz - Gaststipendiatin im Jahr 2013

Die Stipendiatin ist deutsche Künstlerin (geboren in Braunschweig) und lebt momentan in Berlin und Garbolzum. Ihre Arbeiten finden sich in der Fotografie, der Medienkunst sowie der Videokunst.
Im Jahre 2003 war sie Meisterschülerin von John Armleder, nachdem sie zuvor (1996 bis 2001) ihr Studium der Freien Künste an der HBK in Braunschweig absolvierte. 2001 erhielt sie den Förderpreis der Kunsthalle Wilhelmshaven; 2009 folgte eine Projektförderung der Stiftung Nord/LB Öffentliche sowie der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz.
Die Künstlerin erforscht sowohl in ihren Medieninstallationen als auch in ihren fotografischen Werken den ambivalenten Charakter des Bildes als Spiegelung und Konstruktion der Realität, wobei die Vergänglichkeit des Augenblicks demonstriert wird, indem kurze Videosequenzen oder aber fotografische Elemente zu collagenartigen Bildgefügen zusammengestellt werden. Es werden diverse (normalerweise durch Raum und Zeit getrennte) Elemente miteinander verbunden, wodurch vertraute Sehgewohnheiten und vermeintlich unverrückbare Wahrheiten hinterfragt werden. Christine Schulz reflektiert - je nach Kontext und Ausstellungssituation - verschiedene gesellschaftlich relevante Themen in unterschiedlicher Art und Weise. Charakteristisch für den installativen Ansatz ist die Konstruktion neuer Raumstrukturen und Ordnungssysteme, welche auf den vorgegebenen Raum reagieren. Die Künstlerin schafft mit Hilfe von Projektionen und temporären architektonischen Elementen vergängliche Installationen, die je nach Kontext und Thema in ihrer visuellen Wirkung variieren.
Seit 1999 waren ihre Arbeiten in zahlreichen Ausstellungen zu sehen, so zum Beispiel im Jahr 2016 unter anderem in Leipzig, Berlin und New York.

Wantanee Siripattananuntakul - Gaststipendiatin im Jahr 2012

Wantanee Siripattananuntakul ist eine thailändische Künstlerin, die in den Jahren 2004 bis 2006 an der Hochschule für Künste in Bremen studierte und anschließend Meisterschülerin von Prof. Jean-François Guiton war(2006/07). Seit 2009 arbeitet sie als Dozentin an der Fakultät für Malerei, Skulptur und Grafik, Silpakorn Universität in Bangkok. 2015 schuf sie ein Multimediaprogramm mit dem Titel "Der Preis der Ungleichheit"; außerdem inszenierte sie die "Wantanee Retrospektive" und gehörte zu den fünf Künstlern, die Thailand auf der 53. Biennale in Venedig vertreten haben. Ihre letzte Einzelausstellung mit dem Titel "20" fand 2016 in Kanada (Quebec) statt, jüngste Duoausstellung ist hingegen "State of the ridiculous" im Jahre 2015 in Thailand (Bangkok), kuratiert von Brian Curtin. In diesem Jahr zeigte sie ihre Arbeiten in Japan (Yokohama) unter dem Titel "Samut Thai: Unfertige Geschichte", kuratiert von Tang Fu Keun.

Inka Nowoitnick - Gaststipendiatin im Jahr 2011

Die Künstlerin ist gebürtige Berlinerin und studierte Freie Kunst an der HBK Braunschweig bei Karl Möllers und Arwed D. Gorella (Diplom/Meisterschülerin). Sie erhielt einige Stipendien, wie z. B. 1997 ein Reisestipendium der Eduard-Bargheer-Stiftung, Hamburg, für einen 3-Monats-Aufenthalt in Perugiá, Italien. Was ihre Ausstellung und Projekte in jüngerer Zeit betrifft, wären beispielsweise verschiedene Aufenthalte in Kairo, Recherche und praktische Arbeiten am aktuellen Projekt "From Occident to Orient" in 2015/16 zu nennen. Ihre Werke waren bereits in diversen Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen. Ihre Arbeiten finden sich obendrein auch in öffentlichen Sammlungen (Sammlung Deutsche Bank; Sammlung Eduard-Bargheer-Stiftung).

Susanne Hanus - Gaststipendiatin im Jahr 2010

Die Künstlerin wurde in Berlin geboren; seit 2004 ist sie freischaffend tätig, lebt und arbeitet in München. Sie studierte Bildende Kunst an der HdK Berlin, der HfBK Dresden und an der Glasgow School of Art (2002 Diplom: HfBK Dresden). Sie war Meisterschülerin bei Prof. Martin Honert in Dresden. Außerdem studierte sie Bildende Kunst an der Akademie der Bildenden Künste München bei Prof. Stephan Dillemuth und machte dort ihr Staatsexamen. In den Jahren 2011 bis 2012 hatte sie einen Lehrauftrag für Zeichnung an der HfBK Dresden. Sie erhielt viele Preise und Stipendien, beispielsweise in den Jahren 2011 bis 2012 ein Residenzstipendium in der Schweiz (Solothurn), zuvor bekam die die Debütantenförderung des BBK München 2009. Ihre Werke wurden bereits in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert.

Heidi Wood - Gaststipendiatin im Jahr 2009

Die Künstlerin wurde 1967 in London geboren, heute lebt und arbeitet sie in Paris. Sie hat eine Vielzahl von Auszeichnungen erhalten, und Ihre Werke wurden in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt.

Joanna Schulte - Gaststipendiatin im Jahr 2008

Die Künstlerin lebt und arbeitet derzeit in Hannover. Sie studierte Bildende Kunst an der Fachhochschule Hannover bei Prof. Dr. Helen Koriath und Prof. Ulrich Eller mit Abschluß 2000 und war im nachfolgenden Jahr Meisterschülerin von Prof. Eller. Von 2006 bis 2008 arbeitete sie als Lehrbeauftragte an der FH Hannover, FB Bildende Kunst. Joanna Schulte erhielt mehrfach Stipendien und Preise wie z. B. den Lichtkunstpreis (Lüdenscheid) im Jahre 2004 und den Tisa von der Schulenburg-Preis 2010. Ihre Arbeiten wurden bereits in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland präsentiert. Im Jahr 2011 erschien ein Katalog ihrer Werke mit dem Titel "Für die Liebe sterben". Gemeinsamer Fluchtpunkt ist die Liebe. Facettenreich widmet sich die Künstlerin hier diesem Thema. So handelt beispielsweise der Videofilm und die Fotoserie "Hermannstraße" von der Sehnsucht nach Liebe, die sich in Alter und Einsamkeit durch das Dasein und die Fürsorge eines Anderen mitteilt. In der Reihe "Das Brautkleid" (ebenfalls 2010) wird die Vorstellung der einen und einzigen Liebe als märchenhafter Traum, der uns über die Tristesse einer oft elenden Gegenwart hinwegtröstet, inszeniert.
Bei den Werken dieser Künstlerin ist es durchaus empfehlenswert, zum wiederholten Male hinzusehen, um auch wirklich sämtliche Details zu erfassen und auch die dahinterstehende Geschichte zu erfahren.