Künstlerhaus Bremen

Egill Sæbjörnsson // The Egg or the Hen, Us or Them


Pressemeldung

Pressemitteilung

Einladung zum Pressegespräch
Freitag, 22. Juli 2011, 11:00 Uhr

Egill Sæbjörnsson
The Egg or the Hen, Us or Them
23. Juli – 9. Oktober 2011
Eröffnung: 22. Juli 2011, 19:30 Uhr

„Das heißt, die Wirklichkeit, die wir sehen, existiert überhaupt nicht?“
„Im Gegenteil: es existieren unendlich viele Wirklichkeiten. Und sie schließen sich gegenseitig nicht aus.“



Egill Sæbjörnsson erfindet „unmögliche“ Situationen und testet die Grenzen unserer Vor-stellungskraft. Er lässt Handtaschen und Ping-Pong Bälle tanzen oder bringt Steine zum Singen und Sprechen. Für einen Augenblick werden die starren Dinge lebendig, offenbaren ihr inneres Wesen und erhalten übernatürliche Fähigkeiten. In seinen Arbeiten verwendet der isländische Künstler häufig Alltagsobjekte, die er in kleine Bühnen für Video- und Klangprojektionen verwandelt. Auf diese Weise werden die Objekte animiert und unser Blick auf sie ändert sich. Denn gerade die Wahrnehmung unserer Welt und deren Verschiebung sind unglaublich faszinierend.
Es ist die Frage nach der Wirklichkeit, nach deren Ausbildung und Betrachtung, die Egill Sæbjörnsson antreibt und ihn stets neue Wege des Perspektivwechsels ersinnen lässt. Ist Realität das, was wir tatsächlich sehen oder ist es das, was uns zu sehen vorgegeben wird? Ist ein Stein ein Stein oder doch nur ein Objekt aus Pappmaché? Die Befragung des Verhältnisses verschiedener Realitätsebenen zueinander sowie die Enttarnung der Welt als inszeniert, ziehen sich durch sein gesamtes Werk.
Mittels der Kombination einer Vielzahl künstlerischer Medien testet Egill Sæbjörnsson immer wieder neue Formate aus. Er vereint Sound, Installation, Performance, Video und Theater. So überlagern sich in seiner genre-übergreifenden Arbeitsweise die verschiedenen Elemente und es entstehen phantastische Welten. Für seine Einzelausstellung im Künstlerhaus Bremen schafft Egill Sæbjörnsson eine raumgreifende, mehrteilige Installation. Auch hierbei handelt es sich um eine Fusion aus Video, Sound und im Ausstellungsraum positionierten Objekten, die durch das auftreffende Licht der Projektionen Bildfigurationen im Raum entstehen lassen. Steine sind hier die Protagonisten und gewähren uns einen Einblick in ihre verborgene Welt. Sie führen Gespräche über ihre Wünsche und Träume, über Lieblingslieder, die Angst durch eine Lawine getrennt zu werden oder über die Unterschiede zwischen Steinen und Menschen. Sie verändern ihr Aussehen, beginnen sich in Bergsprache zu unterhalten und fallen schließlich in einen gemeinsamen Song ein. So mündet der narrative Teil der Arbeit in eine rein geometrisch-formale Sequenz und endet im musikalischen Finale. Ebenso wie die Musik eine organisierte Form von Schallereignissen ist, funktionieren auch Sæbjörnssons Werke, die ganz unterschiedliche Ebenen miteinander verbinden und eine Fülle von Erlebnissen erzeugen. Seine Arrangements verbinden sich mit Ton und reagieren mit ihrer Umgebung. Es formieren sich Bühnenstücke, deren Darsteller – seien es Steine, Flaschen oder Egill Sæbjörnsson selbst – in fantastischen Settings agieren und Zwiegespräche führen. So lässt der Künstler den Zuschauer in seine magischen Raum- und Klangwelten eintauchen, eine verschwommene Zone zwischen Realität und Imagination erleben.

Egill Sæbjörnsson (*1973) lebt in Berlin und Reykjavík. Neben seiner Arbeit als Bildender Künstler ist er auch als Musiker bekannt und hat mehrere Alben veröffentlicht. Für seine Werke sucht er immer wieder die Verbindung mit Akteuren verwandter Sparten. Jüngste Ausstellungen und Performanceprojekte führten ihn in die Kunstvereine in Frankfurt und Göttingen, zur Biennale für Internationale Lichtkunst, ins Watermill Center New York oder den Hamburger Bahnhof, Berlin.

Die Ausstellung wird gefördert von der Karin und Uwe Hollweg Stiftung, der Stiftung der Sparkasse Bremen und der Karin Abt-Straubinger Stiftung.

 


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Ausstellungsansichten Egill Sæbjörnsson The Egg or the Hen, Us or Them, Künstlerhaus Bremen 2011, Fotografie: Tobias Hübel, Courtesy the artist und i8 Gallery