Künstlerhaus Bremen

Hans Richter // Der Absolute Film


Pressemeldung

Hans Richter
Der Absolute Film

5. März – 8. Mai 2005
Eröffnung: 4. März 2005 um 19.30 Uhr

Das Gestaltungsgebiet der künstlerischen Generationen von morgen ist der Film. Hans Richter (1926) Bei dem Versuch, Formen und Farben als Bewegung im Bild umzusetzen, ließ Hans Richter in den Jahren 1918-21 den Betrachter an seinen gemalten Bildrollen entlanglaufen. Auf diesem Weg entdeckte er den Filmstreifen als das ideale Medium, um Bewegung im "Bild" selbst stattfinden zu lassen. 1921 entstand in Zusammenarbeit mit Viking Eggeling der erste abstrakte Film, Rhythmus 21. Richter hatte, so Jonas Mekas, bereits mit diesem Film die abstrakten filmischen Elemente so vollendet ausgeschöpft, dass auf diesem Gebiet überhaupt nichts mehr für jemanden anderen zu tun blieb.
In seiner fünf Jahre später entstandenen Filmstudie (1926) lässt Richter abstrakte Formen und Gegenstände zu traumhaften Motiven verschmelzen, die schließlich in Vormittagsspuk (1928) ein groteskes Eigenleben zu führen beginnen. Der Film zeigt den Aufstand von Menschen und Gegenständen gegen die sie bestimmenden alltäglichen Rituale.
Dieses Interesse am Surrealen findet sich auch in den sieben Episoden von Dreams that money can buy. Für das 1947 im amerikanischen Exil entstandene Werk gewann Richter seine Freunde Alexander Calder, Marcel Duchamp, Max Ernst, Fernand Léger und Man Ray – Avantgardekünstler, die sich unter dem Paradigma des Traumes zu einem Schlussakkord der dadaistisch-surrealistischen Bewegung zusammenfanden.
Die Ausstellung Der absolute Film im Künstlerhaus Bremen zeigt Hans Richters Werke von den frühen Filmen der zwanziger Jahre bis Dreams that money can buy von 1947. Die Ausstellung ermöglicht einen Einblick in das filmische Schaffen dieses Avantgardekünstlers, der bildnerische Formen und kinematografische Bewegung auf einzigartige Weise verband.

Hans Richter wurde 1888 in Berlin geboren. Nach dem Studium der Bildenden Kunst in Berlin und Weimar, schloss er sich 1916 der Dada-Gruppe in Zürich an. Er war Herausgeber der ersten modernen Kunstzeitschrift Deutschlands G (1923-26), Mitbegründer der Gesellschaft Neuer Film (1926), sowie Gründer der Deutschen Film Liga für den unabhängigen Film (1929). Richter emigrierte 1933 zunächst über Holland und Frankreich in die Schweiz und lebte ab 1941 in den USA, wo er 1942 Leiter des Filminstituts am City College in New York wurde. 1976 starb Richter in Minusio in der Schweiz.


Pressefotos

  • Richter1.jpg
  • Richter2.jpg
  • Richter3.jpg
  • Richter5.jpg

Pressestimmen

  • Der amerikanische Freud //
    Eine Bremer Ausstellung feiert den Filmpionier, Dadaisten und Traumdeuter Hans Richter
    Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Nr.17, 01.Mai 2005
  • Wo die Rechtecke Boogie-Woogie tanzen //
    Der Absolute Film // Das Künstlerhaus Bremen erinnert mit einer Ausstellung an Hans Richter.
    Weser Kurier, Nr. 54, 05.März 2005