Künstlerhaus Bremen

Kathrin Horsch // kurz bevor die Ferientage ihrem Ende entgegen gehen


Pressemeldung

Kathrin Horsch
kurz bevor die Ferientage ihrem Ende entgegen gehen

17. Februar - 22. April 2007
Eröffnung: Freitag 16. Februar um 19.30 Uhr

An dem Birnbaum im Garten gegenüber ist heute eine Birne hängen geblieben; als es Zeit dafür war,
ist sie nicht vom Ast gefallen. Die Birne könnte mein Vorbild werden: Auch ich möchte vergessen,
worauf ich warte. (Wilhelm Genazino)

In ihren Arbeiten spürt die Künstlerin Kathrin Horsch dem Warten und Erwarten nach. Dabei bedient sie sich diverser Medien – wie Film und Fotografie - sowie der Sprache und akustischer Töne. Ihre Werke muten wie Dokumentationen der Alltäglichkeit, gelegentlich fast wie Sozialstudien an, deren Entstehen auf einer Art Feldforschung basiert. Insbesondere ritualisierte Alltagsbegebenheiten und gleichförmige, sich stets wiederholende Situationen üben eine große Faszination auf die Künstlerin aus. Dabei werden die verschiedenen Spielarten des Alltags jedoch nicht als starre Muster oder Rahmen wahrgenommen. Im Gegenteil steigert die Aneinanderreihung scheinbarer Belanglosigkeiten deren Schönheit und Vielfältigkeit.
In den von ihr provozierten Situationen und Zuständen setzt Kathrin Horsch gezielt das Moment der Wiederholung ein. Dadurch erzeugt und schürt sie bei den Beteiligten und Rezipienten eine Erwartungshaltung, eine Spannung. Sie weckt die Sehnsucht nach Auflösung der Situation und ruft die Neugier auf ein besonderes Ereignis hervor. Doch dem Betrachter werden lediglich fragmentarische, dokumentarisch anmutende Teilstücke präsentiert, die durch die Verbindung untereinander in den Installationen wiederum eine neue, reale Situation und Umgebung schaffen. Durch den Verzicht auf eine progressive bzw. dynamische Entwicklung oder einen Erzählstrang innerhalb der Arbeiten und mittels Überzeichnung der Alltagsbegebenheiten rückt Horsch deren bisweilen humoristische Note und Schönheit oftmals erst in unser Bewusstsein. Durch die Reduktion auf minimale, nur leicht variierende Dialoge poetisiert sie so unsere Gewohnheiten und deren Manifestation.
kurz bevor die Ferientage ihrem Ende entgegen gehen ist Kathrin Horschs erste Einzelausstellung und zeigt die Arbeiten Bank, ohne Titel, Orgelmann und Urlaubsgrüße.
Die Künstlerin Kathrin Horsch (*1973) lebt und arbeitet in Hamburg. Ihr Studium absolvierte sie in den Jahren 1999-2005 an der Hochschule für Bildende Künste, Hamburg, Klasse Marie José Burki. Sie war für das Hamburg-Stipendium 2005 nominiert und nahm 2006 an der Gruppenausstellung Ding Dong im ehemaligen Karstadt-Gebäude teil.


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