Kenneth Anger // Pleased to meet you
8. April - 9. Juli 2006
Eröffnung // Opening: Fr 7. April // 19.30 Uhr
Begrüßung // Welcoming speech:
Waltraut Steimke, Geschäftsführung Künstlerhaus Bremen
Einführung // Introduction:
Susanne Pfeffer, Künstlerische Leitung Künstlerhaus Bremen
Öffnungszeiten: Mi – So // 14.00 – 19.00 Uhr
Opening hours: Wed – Sun // 14.00 – 19.00 hrs
Künstlerhaus Bremen // Am Deich 68/69 // 28199 Bremen
Tel: 0049.(0)421.508 598 // Fax: 0049.(0)421.508 305
Mail: buero@kuenstlerhausbremen.de
Programm // Programme
- Do 18. Mai 19.30 Uhr // Filmabend im Künstlerhaus // Eins plus Eins // Jean-Luc Godard (1968) // Eintritt frei
- Do 2. Juli 19.30 Uhr // Film als magisches Ritual // Vortrag von Dr. Robin Curtis // Medienwissenschaftlerin, Berlin // Eintritt frei
Führungen // Guided tours
Do 13. April 06 19.00 Uhr // Do 27. April 06 19.00 Uhr // Do 11. Mai 06 19.00 Uhr // Do 1. Juni 06 19.00 Uhr // Do 22. Juni 06 19.00 Uhr
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Auf dem Festival du Film Maudit, das 1949 in Biarritz stattfindet, treffen junge Cineasten zusammen. Sie verkörpern mit ihrer Kampfansage an das etablierte Kino die "neue Generation", die spätere Nouvelle Vague. Preisträger des Festivals in der Kategorie poetischer Film ist der 19jährige Amerikaner Kenneth Anger mit seinem Film Fireworks. An einem Wochenende im Jahr 1947 - Mr. und Mrs. Anger waren zu einer Beerdigung verreist - nutzt der 17jährige Kenneth die Gelegenheit und dreht in der elterlichen Wohnung einen Experimentalfilm, der zu einem Meilenstein in der Geschichte dieses Genres wurde. Während die Nouvelle Vague sich gegen die bourgeoisen Traditionen des Kinos aufmacht, übt Anger mit seinen Filmen Kritik an der Traumfabrik Hollywood. Er hat einen anderen, ganz eigenen Zugang zu kollektiven Träumen, Mythen und Begierden. Angers Filme sind nicht narrativ, sondern präsentieren Bilder magischer Rituale, in denen jedes Zeichen auf eine unbekannte Transzendenz verweist. Die Überhöhung von Sinnlichkeit durch die intensive und opulente Farbgebung und das Ineinanderfließen von Einzelbildern verleihen den Filmen barocken Glanz. Seine Verknüpfung von Bild und Ton ist für das spätere Musikvideo wegweisend, seine Anleihen aus der Popkultur prägend. So inspiriert er die Rolling Stones zu ihrem Hit Sympathy for the Devil und übt großen Einfluss auf Filmemacher wie David Lynch, Donald Cammell, Roger Corman und R. W. Fassbinder bis hin zu Martin Scorsese aus, der Kenneth Anger "an artist of exceptional imagination" nennt.
Mit der Ausstellung seines Werkes im Künstlerhaus Bremen erhält der Künstler Kenneth Anger seine erste Einzelausstellung in Deutschland.
Anlässlich der Ausstellung erscheint ein Katalog im Revolver Verlag.
Gefördert von der Karin und Uwe Hollweg Stiftung, Bremen
At the Festival du Film Maudit in Biarritz in 1949 a group of young cinéastes came together. With their challenge to established cinema, they incorporated the new generation, the later Nouvelle Vague. The winner of the festival in the category Poetic Film was the 19-year-old American Kenneth Anger with his film Fireworks. One weekend in 1947 – Mr. and Mrs. Anger had gone to a funeral – 17-year-old Kenneth had availed himself of the opportunity and made an experimental film in his parents' apartment; it was to become a milestone in the history of the genre. While the Nouvelle Vague attempted to oppose the bourgeois traditions of the cinema, Anger's films constituted a critique of the dream factory Hollywood. He had his own, very different approach to collective dreams, myths and desire. Anger's films are not narrative, they present images of magic rituals in which each sign points to some unknown transcendence. The heightened sensuality resulting from the intensely opulent colours and the way individual images are blended imbue these films with a baroque splendour. Anger's technique of linking image and sound and his borrowings from popular culture were formative and would later impact the genre of the music video. Anger inspired the Rolling Stones to their hit song Sympathy for the Devil and greatly influenced film directors such as David Lynch, Donald Cammell, Roger Corman, R. W. Fassbinder and Martin Scorsese, who called Anger "an artist of exceptional imagination".
This exhibition of Kenneth Anger's oeuvre at the Künstlerhaus Bremen is his first solo exhibition in Germany.
On the occasion of the exhibition a catalogue will be published by Revolver.
Supported by Karin und Uwe Hollweg Stiftung, Bremen
Kenneth Anger // Film als magisches Ritual
Vortrag von Dr. Robin Curtis // Medienwissenschaftlerin, Berlin
Donnerstag, den 22. Juni 2006, 19.30 Uhr // Eintritt frei
Das vielfältige Schaffen Kenneth Angers umfasst sowohl Klassiker der filmischen Avantgarde in Amerika wie Fireworks oder Scorpio Rising als auch die extrem erfolgreichen Bücher Hollywood Babylon I, II. Sein Werk weist dabei eine Gegensätzlichkeit auf: die Filme zelebrieren einerseits die Lust, die sich sowohl auf die jungen, männlichen Protagonisten als auch auf die glänzenden Gegenstände um sie herum richtet. Andererseits dokumentieren die Bücher den körperlichen und moralischen Verfall hinter der glamourösen Fassade Hollywoods; einen Verfall, über den mit einer ähnlichen Lust berichtet wird, und der keinesfalls als einfache Affirmation der libidinösen Exploration gesehen werden kann. Der Vortrag entwickelt die These, dass diese divergenten Tendenzen in einem dritten, wesentlichen Aspekt des Schaffens Kenneth Angers miteinander verbunden werden: der Magie.
Dr. Robin Curtis
Filmemacherin, Kuratorin und Medienwissenschaftlerin. Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Freien Universität Berlin im Sonderforschungsbereich Kulturen des Performativen. Promotion 2003 an der FU BerlinConscientious Viscerality: The Autobiographical Stance in German Film and Video. Habilitation zum Thema Filmic Immersion. Zahlreiche Publikationen zu medialer Erinnerung, Emotionalität des bewegten Bildes und filmischer Avantgarde.
Eins plus Eins // Jean-Luc Godard (1968), 97 Min.
Filmabend im Künstlerhaus Bremen
Donnerstag, den 18. Mai 2006, 19.30 Uhr // Eintritt frei
Der Pionier der Nouvelle Vage Jean-Luc Godard trifft auf die Rolling Stones während ihrer Proben zu Sympathy for the Devil. Den daraus entstandenen dokumentarischen Bildern stellt Godard Interviews und allegorische Szenen aus dem Umfeld des Pariser Mai 1968 gegenüber.





