Künstlerhaus Bremen

Kenneth Anger // Pleased to meet you


Pressemeldung

Kenneth Anger
Pleased to meet you

8. April bis 25. Juni 2006
Eröffnung: Freitag 7. April um 19.30 Uhr

Auf dem Festival du Film Maudit, das 1949 in Biarritz stattfindet, treffen junge Cineasten zusammen. Sie verkörpern mit ihrer Kampfansage an das etablierte Kino die "neue Generation", die spätere Nouvelle Vague. Preisträger des Festivals in der Kategorie Poetischer Film ist der 19jährige Amerikaner Kenneth Anger mit seinem Film Fireworks.
Während die Nouvelle Vague sich gegen die bourgeoisen Traditionen des Kinos aufmacht, übt Anger mit seinen Filmen Kritik an der Traumfabrik Hollywood. Er hat einen anderen, ganz eigenen Zugang zu kollektiven Träumen, Mythen und Begierden. Angers Filme sind nicht narrativ, sondern präsentieren Bilder magischer Rituale, in denen jedes Zeichen auf eine unbekannte Transzendenz verweist. Die Überhöhung von Sinnlichkeit durch die intensive und opulente Farbgebung und das Ineinanderfließen von Einzelbildern verleihen den Filmen barocken Glanz. Seine Verknüpfung von Bild und Ton ist für das spätere Musikvideo wegweisend, seine Anleihen aus der Popkultur prägend. So inspiriert er die Rolling Stones zu ihrem Hit Sympathy for the Devil und übt großen Einfluss auf Filme-macher wie David Lynch, Donald Cammell, Roger Corman und R. W. Fassbinder bis hin zu Martin Scorsese aus, der Kenneth Anger "an artist of exceptional imagination" nennt.

Mit der Ausstellung seines Werkes im Künstlerhaus Bremen erhält Kenneth Anger seine erste Einzelausstellung in Deutschland. Die Ausstellung Pleased to meet you umfasst die Filme Fireworks (1947), Puce Moment (1949), Eaux d´artifice (1953), Inauguration of the Pleasure Dome (1954), Scorpio Rising (1963), Kustom Kar Kommandos (1965), Invocation of My Demon Brother (1969) sowie Lucifer Rising (1981).

Kenneth Anger, geboren 1930, wuchs in Los Angeles auf. 1950 ging er nach Frankreich, wo er als Assistent von Henri Langlois an der Cinématèque Française arbeitete und Cocteau, Genet und Piaf kennenlernte. Neben zahlreichen Filmen entstand in dieser Zeit auch das Skandalbuch Hollywood Babylon (1959 // Hollywood Babylon 2, 1984). Ende der 1960er Jahre zog er nach England, wo er u.a. mit Mick Jagger, Marianne Faithfull und Donald Cammell zusammenarbeitete. Kenneth Anger lebt heute in Los Angeles.

Anlässlich der Ausstellung erscheint ein Katalog im Revolver Verlag.

Gefördert von der Karin und Uwe Hollweg Stiftung, Bremen


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