Künstlerhaus Bremen

Lara Almarcegui // Brachflächen, Grabungen, Baustoffe


Eröffnung: 18.11.2011, 19:30 Uhr
19. November - 12. Februar 2012

Begrüßung // Welcoming speech:
Waltraud Steimke, Geschäftsführung
Künstlerhaus Bremen
Einführung // Introduction:
Stefanie Böttcher, Künstlerische Leitung
Künstlerhaus Bremen

Öffnungszeiten: Mi - So 14.00 - 19.00 Uhr
Opening hours: Wed - Sun 14.00 - 19.00 hrs

Künstlerhaus Bremen // Am Deich 68/69 // 28199 Bremen 
Tel: 0049.(0)421.508 598 // Fax: 0049.(0)421.508 305
Mail: buero@kuenstlerhausbremen.de 
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Almarcegui web

Programm // Programme:

1.12.2011, 19:00 / El Forat (1998–2004) / 130 min., Regie: Chema Falconetti, E 2004
19.1.2011, 19:00 / Urbane Biodiversität: Ein botanischer Streifzug durch 100 Jahre Artenvielfalt im Bremer Hafen / Vortrag von Dr. Josef Müller, Institut für Ökologie Universität Bremen
5.2.2012, 15:00 / Urbaner Spaziergang mit dem AAA durch die Überseestadt / Treffpunkt: Haltestelle Eduard-Schopf-Allee

Führungen // Guided tours:
15.12.2011, 19:00 / 5.1.2012, 19:00

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Verborgene, im Wandel befindliche Orte inmitten von Städten bilden das Arbeitsgebiet von Lara Almarcegui. Die spanische Künstlerin widmet sich Brachflächen – den letzten ‚wilden Bereichen’ innerhalb des modernen Städtebaus. Ebenso geht sie der Konstruktion von Gebäuden nach, indem sie diese in ihre Grundbausteine und deren jeweiliges Volumen zerlegt. Sie ermittelt sogar die Zusammensetzung und Menge der Baustoffe gesamter Stadtzentren. Die Untersuchungsergebnisse ihrer Erkundungen des zivilisatorischen Raumes stellt Lara Almarcegui in Fotografien, Filmen, Faltblättern oder gar Führern zusammen und zur Verfügung. So versucht sie eine Durchdringung geschlossener Flächen bei gleichzeitiger Sensibilisierung für freiliegende Terrains. Akkurat und Stück für Stück schält sie die Hüllen der Städte herunter, um zu deren Kern, deren eigentlichen Bestandteilen vorzustoßen und damit ganz andere Seiten der Urbanität aufzudecken.

Lara Almarcegui (*1972 in Saragossa) lebt in Rotterdam. Einzelausstellungen führten sie in den vergangenen Jahren an die Wiener Secession oder an das TENT in Rotterdam. Sie nahm an zahlreichen Gruppenausstellungen teil, u.a. im Casino Luxembourg, an der Athen Biennale 2009 und der Taipei Biennale 2010. Brachflächen, Grabungen, Baustoffe im Künstlerhaus Bremen ist Lara Almarceguis erste Einzelausstellung in Deutschland.


Lara Almarcegui focuses her attention on the hidden, changing places of our cities. The Spanish artist concentrates for example on wastelands – the last “wild areas” within the confines of modern urban expanses. But she also examines the construction of buildings by breaking them down into their basic elements and respective volumes. She has even ascertained the composition and quantity of the building materials used for complete city centres. Almarcegui compiles the findings of her explorations of civilized space and makes them available to the public in photographs, films, flyers and even guidebooks. She thus attempts to penetrate closed areas and at the same time sharpen our awareness for free terrain. One by one she peels off the covers of cities with great precision so as to get to their very core, their real components uncovering the very different aspects of urbanity.

Lara Almarcegui (*1972 in Zaragoza) lives in Rotterdam. Solo exhibitions in recent years have taken her to the Wiener Secession or the TENT in Rotterdam. She has also participated in numerous group exhibitions, including at the Casino Luxembourg, the Athens Biennial 2009 and the Taipei Biennial 2010. Brachflächen, Grabungen, Baustoffe at the Künstlerhaus Bremen is Lara Almarcegui’s first solo exhibition in Germany.

 



Filmvorführung
El Forat (1998 – 2004)

Dokumentarfilm, 130 Min., Regie: Chema Falconetti, ES 2004
Donnerstag, 1. Dezember, 19:00 Uhr

 

Im Rahmen der Ausstellung Brachflächen, Grabungen, Baustoffe von Lara Almarcegui zeigen wir den Dokumentarfilm El Forat (1998 – 2004) von Chema Falconetti. Für El Forat (1998 – 2004) verfolgte und dokumentierte Chema Falconetti den Kampf um das Forat de la Vergonya über mehrere Jahre hinweg. Der Film zeigt die wichtigsten Stationen und Fakten in der Entwicklung dieser bereits heute legendären Grünzone mitten im Herzen von Barcelona.

El Forat (1998 – 2004) erzählt von einem Bereich im Viertel Santa Caterina, der Altstadt von Barcelona, und dessen Bewohnern. Gemeinsam kämpfen sie für eine innerstädtische Grünzone, einen Platz der stellvertretend für das Bedürfnis der Menschen steht, stärker an der Gestaltung des öffentlichen Stadtraumes teilzuhaben.
Im Jahr 1998 setzte die Stadtverwaltung von Barcelona zu Sanierungsarbeiten des Viertels Santa Caterina an. Auf öffentlichen Plätzen sollten neue Einrichtungen zur allgemeinen Nutzung geschaffen werden, um die Wirtschaft durch neue Impulse anzukurbeln. Dafür wurden zahlreiche Häuserblöcke abgerissen und deren Bewohner verdrängt. Das Forat de la Vergonya (katalanisch: Loch der Schande) war ursprünglich als eine Grünzone geplant, wurde aber kurzerhand gegen den Willen der Bewohner für den Bau von Privatparkplätzen freigegeben. Daraufhin begann sich die Nachbarschaft zu mobilisieren, um ihren Anspruch auf den öffentlichen Raum geltend zu machen. Mit der symbolischen Pflanzung einer Pinie inmitten des Bauschutts rief sie zum Einsatz für das Forat auf - der Beginn eines nachbarschaftlichen Kampfes gegen die urbane Spekulation und die Gentrifizierung der Altstadt Barcelonas.

 


Urbane Biodiversität:
Ein botanischer Streifzug durch 100 Jahre Artenvielfalt im Bremer Hafen

Vortrag von Dr. Josef Müller, Institut für Ökologie, Universität Bremen
Donnerstag, 19. Januar 2012, 19:00 Uhr

 

Im Rahmen der Ausstellung Brachflächen, Grabungen, Baustoffe von Lara Almarcegui laden wir Sie herzlich zu einem Vortrag von Dr. Josef Müller, Institut für Ökologie, Universität Bremen, am Donnerstag, den 19.01.2012 um 19:00 Uhr ein.

Städte haben sich fast unbemerkt von der Öffentlichkeit zu Zentren des Artenreichtums entwickelt. Großen Anteil daran haben Hafenquartiere als Umschlagplätze. Im weitläufigen Gelände aus Straßen, Eisenbahngleisen, Brachen, Lagerhallen und Containern herrscht ein ständiges Kommen und Gehen in der Pflanzen- und Tierwelt. Sie sind gleichermaßen Spielwiesen der Natur und mit ihrer Farben- und Formenfülle auch eine ästhetische Bereicherung des urbanen Raumes. Doch gravierende Strukturwandel (geschlossene Containerverladung statt Stückgut, Aufgabe vieler Hafenumschlag- und Industriestandorte) und eine Neuorientierung zu völlig anderen Siedlungsstrukturen wie bspw. in der Übersee-Stadt Bremens bedrohen diese letzten Oasen der Wildheit. Sie werden in zunehmendem Maße durch große Gebäudekomplexe, Straßenbau und versiegelte Großparkplätze, pflegeleichte Intensivrasen oder Zwergstrauch-Dauerbegrünung ersetzt. Auf diese Weise geht ein wesentlicher Teil der urbanen Lebensraum-Vielfalt verloren.

Dr. Josef Müller ist derzeit am Institut für Ökologie an der Universität Bremen beschäftigt. Nach seinem Studium der Agrarbiologie in Stuttgart-Hohenheim, kam er 1980 zur Promotion an die Universität Bremen. Seither ist er dort in verschiedenen Projekten tätig. Ein Schwerpunkt seiner langjährigen Sukzessionsstudien zur Dynamik und Ökologie von Pflanzengemeinschaften liegt auf der Entwicklung der Artenvielfalt städtischer Brachen.


Urbaner Spaziergang

mit dem Autonomen Architektur Atelier durch die Überseestadt

Sonntag, 05. Februar 2012, 15:00 Uhr
Treffpunkt: Haltestelle Eduard-Schopf-Allee

 

Im Rahmen der Ausstellung Brachflächen, Grabungen, Baustoffe von Lara Almarcegui laden wir Sie herzlich zu einem Urbanen Spaziergang mit dem AAA durch die Überseestadt von Bremen am Sonntag, den 05.02.2012 um 15:00 Uhr ein.

Der Umbau der ehemaligen Hafenreviere zur Bremer Überseestadt verläuft in den vergangenen Jahren mit einer hohen Dynamik. An verschiedenen Stellen sprießen neue Bauwerke und neue Nutzungskonzepte aus dem Boden, andernorts verweilt die alte Hafenwelt noch ein wenig und widersteht dem Veränderungsdruck. Nur wenige Areale konnten sich bis jetzt ganz der Wahrnehmung entziehen und bilden Oasen der Ruhe in diesem dynamischen Stadtgebiet.
Der Urbane Spaziergang des Autonomen Architektur Ateliers zeigt die Kontraste zwischen Geplantem und Ungeplantem auf, die in der Überseestadt (noch) deutlich zu Tage treten. Die in den Arbeiten von Lara Almarcegui als schützenswerte Orte festgehaltenen Brachen werden dabei ein Ziel des Spaziergangs sein, ebenso wie aktuelle Entwicklungen und Veränderungen aufgegriffen werden. Dabei wird immer auch ein Blick hinter (oder wie im Werk von Lara Almarcegui unter) diese Entwicklungen geworfen.

Das Autonome Architektur Atelier besteht seit 2008 als Büro in der Bremer Überseestadt, wirkt allerdings schon seit 2006 in der Erkundung öffentlicher Orte im Stadtgebiet Bremens durch Urbane Spaziergänge mit. Seit 2006 ist das AAA an der Umsetzung verschiedener Kunst- und Kulturprojekte im Öffentlichen Raum beteiligt, u.a. Sproutbau (2007) in Bremen-Tenever, b.a.l.d.- Brache als lebendiges Dorf (2008) in der Bremer Überseestadt oder AUFAUF (2009) hinter dem Güterbahnhof. Seit 2009 setzt das AAA gemeinsam mit Sarah Oßwald und Michael Ziehl im Auftrag der Stadt Bremen die ZwischenZeitZentrale (ZZZ) Bremen um. Das Autonome Architektur Atelier besteht aus Daniel Schnier (Dipl.-Ing. der Architektur) und Oliver Hasemann (Dipl.-Ing. der Raumplanung).