Künstlerhaus Bremen

Lazy Sundays


... oder "Immer wieder sonntags kommt die Erinnnerung..." (Cindy und Bert)

Unter dem Titel "Lazy Sundays" ging eine Einladung von Dorothee Richter an die Klasse für Freie Kunst von Rolf Thiele jeden Sonntag unvorhersehbare, selbstreferentielle, relaxende, verrückte, Events zu veranstalten.

Die Unheimlichkeit des Alltäglichen am Sonntag gegen die Heimlichkeit des Besonderen der ästhetischen Erfahrung bildet die Herausforderung für die Studierenden der Klasse Prof. Rolf Thiele: Anneli Käsmayr, Sandy Volz, Stephan Goebel, Hyun-Duck Kang, Hee-Sang Lee, Peter Pypec, Christiane Fichtner, Ole Schmidt, Ole Hauschulz, Daniela Weber, Mira Schnedler, Satoshi Ogawa
Kuratorin: Dorothee Richter // Organisation: Sabine Kochanke // Projektassistenz: Kerstin Drobek

Die Sonntage (12 - 18 Uhr) - die Themen:

  • 26.10.03 Klassenfoto Klasse
  • 02.11.03 ...wie sie fallen Klasse
  • 09.11.03 work it, bitch Sandy Volz
  • 16.11.03 Fußbad Hyun-Duck Kang
  • 23.11.03 Das Wort zum Sonntag Prof. Rolf Thiele
  • 30.11.03 Geschlossene Gesellschaft Stephan Göbel
  • 07.12.03 spontan-spontan-spontan Klasse / Judith Günzel
  • 14.12.03 Anneli lädt ein Anneli Käsmayr
  • 21.12.03 Lesung Hee-Sang Lee

Begleitende Projekte: Das Sonntagsei Satoshi Ogawa // Leuchtreklame Peter Pypec // Bonus System Anneli Käsmayr // Der Fremde Blick Christiane Fichtner


Klassenfoto Klasse 26.10.2003

Die Klasse für freie Kunst präsentiert sich selbst (Klassenfoto) als ein Bild, das den Blick zurückgibt. Zeigen und Betrachten werden als reversible Festlegung offen- sichtlich.

"Gegen den schlichten Vorgang des Zeigens und Betrachtens: Die Veranstaltenden blicken als zu Fotografierende den Betrachtenden "von Angesicht zu Angesicht" an. Egal ist, was dabei gezeigt wird. Das übliche Verfahren von Zeigen und Betrachten nährt Dualismen, die im Üblichen enden, jedoch: Wir sehen nur das, was uns anblickt." (Zitat Klasse R.T.)

  • Sundays Klassenfoto
  • Sundays Klassenfoto

...wie sie fallen Klasse 2.11.2003

Die Reste einer Party vom vorhergehenden Samstag werden als Relikte eines Ereignisses, das dem Betrachter verborgen bleibt, ausgestellt. Erwartungen und Interpretationen werden durch den Entzug in Gang gesetzt.

"Eine Interpretation gilt als das Negative des Betrachtens. Sie ist seine, in der ermöglichenden Sprache, ausgehöhlte Spur, die leere und erstmals unzweifelhafte Spur seiner wirklichen Anwesenheit als unbedingtes Kunstwerk." (Zitat Klasse R.T.)

  • wie sie fallen
  • wie sie fallen

work it, bitch! Sandy Volz 09.11.2003

Installation
Rape shapes. Sex sells. Wie weit springst Du?

  • work it, bitch! Sandy Volz
  • work it, bitch! Sandy Volz

Fußbad Hyun-Duck Kang 16.11.2003

Aus Plastikwannen bildet sich eine Reihe. Ein öffentliches Fußbad wird inszeniert.

Wie in Korea üblich, soll in diesem Ruheraum mit verschiedenen Kräutern und Tees gearbeitet werden. Gleichzeitig läßt die Inszenierung an die christliche, abendländische Ikonographie denken.

  • Fußbad Hyun-Duck Kang
  • Fußbad Hyun-Duck Kang

Das Wort am Sonntag Prof. Rolf Thiele 23.11.03

Professor Rolf Thiele hält 5 Vorlesungen zur und als "Ästhetik der Überforderung" Dias / Vortrag / Lehre

"Versuche über eine Künstler-Ästhetik vortragendes Sprechen, verstanden als künstlerische Praxis und nicht als Theorie. Kunst kann man nur "in" der Kunst lehren und nicht indem man über Kunst lehrt.
Hörend, aktiv hörend, kann man vom Ähnlichen zum Selben gehen. Erklärung und Ratschlag zugleich, für denjenigen, der Selbiges vor hat, denn: Dasselbe erfordert etwas anderes als sich selbst." (Zitat Rolf Thiele)

  • Das Wort am Sonntag Prof. Rolf Thiele
  • Das Wort am Sonntag Prof. Rolf Thiele

Die Vorlesungsthemen // Rolf Thiele // "Ästhetik der Überforderung" // Versuch einer Künstler-Ästhetik // Dauervorlesung über 6 Stunden mit vier thematischen Schwerpunkten:

  • 12.00 Uhr Über das Fremdgehen oder Die Bedingungen des Unbedingten in der Kunst
  • 13.30 Uhr Vorlesung als zweiseitiger Diebstahl in einer Kunst, die keinem von uns gehört
  • 15.00 Uhr Die notwendige Katastrophe des Nichtverstehens oder Wir sehen nur das, was uns anblickt
  • 16.30 Uhr Ästhetische Erfahrungen aus der intelligenten Verarbeitung performativ erlebter Enttäuschungen

Mitlaufend über die 6 Stunden werden Dias von dem Kunstprojekt "Académie Galan" in Frankreich und seinem Projekt "Das Laotische Dorf", gezeigt. (Fotos von Christiane Fichtner). Vortragendes Sprechen wird hier ausdrücklich als ästhetische Arbeit, als künstlerische Praxis, als Skulptur und nicht als Theorie verstanden.
Es verhält sich so wie in jeder künstlerischen Arbeit: die Funktion des Autors, des Sprechenden zu haben heißt, Fragen aufzuwerfen, z.B. was sagt er - was sagt er nicht - was zeigt er - was zeigt er nicht - was entwirft er - ? usw.