Künstlerhaus Bremen

MARIE ANGELETTI // KÜNSTLERHAUS BREMEN


Eröffnung // Opening:
Freitag,  30. Oktober 2015, 19:00 Uhr

31. Oktober 2015 - 17. Januar 2016

Begrüßung // Welcoming speech:

Nicole Nowak, Geschäftsführung Künstlerhaus Bremen

Einführung // Introduction:

Fanny Gonella, Künstlerische Leitung Künstlerhaus Bremen

Geschlossen // closed: 24. - 26. Dezember 2015, 31. Dezember 2015 & 1. Januar 2016 // 24th - 26th of December 2015, 31st of December 2015 & 1st of January 2016

marieangeletti invite

Programm // Programme:
Sonntag, 22. November, 14:00 Uhr // Führung durch die Ausstellung mit Julia Katzberg
Donnerstag, 26. November, 19:00 Uhr // Gespräch mit Dr. Uwe Spörl, Universitätslektor für neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Bremen, mit Schwerpunkt u.a. im Bereich der Narratologie. Was heißt es heute, Geschichten zu erzählen? An diesem Abend werden Themen wie das Verhältnis zwischen dem Erzählen im Alltag und dem Erzählen in künstlerischen Prozessen, sowohl in der Literatur als auch in den bildenen Künsten, diskutiert.
Sonntag 10. Januar, 14:00 Uhr // Kuratorenführung durch die Ausstellung mit Fanny Gonella
Donnerstag, 14. Januar, 19:00 Uhr //  Evening Situation

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Ausstellungsansichten: Marie Angeletti // Künstlerhaus Bremen, Künstlerhaus Bremen, 2015, Fotos: Marie Angeletti


Julika, die Praktikantin: Ich hab‘s gefunden. Anger, nicht Corman:

Auf dem Festival du Film Maudit, das 1949 in Biarritz... einen anderen, ganz eigenen Zugang zu kollektiven Träumen, Mythen und Begierden... Bilder magischer Rituale, in denen jedes Zeichen auf eine unbekannte Transzendenz verweist... Die Überhöhung von Sinnlichkeit durch die intensive und opulente Farbgebung und das Ineinanderfließen von Einzelbildern verleihen den Filmen barocken Glanz.... übt großen Einfluss auf Roger Corman... Mit der Ausstellung seines Werkes im Künstlerhaus Bremen erhält der Künstler Kenneth Anger seine erste Einzelausstellung in Deutschland.... erscheint ein Katalog im Revolver Verlag. Kenneth Anger // Film als magisches Ritual

Rose, die Mitarbeiterin: 2006, das ist ein Jahrzehnt her, niemand wird sich daran erinnern.

J: Du weißt, wie es bei Corman ist, es gibt nur eine Krebsschere durch den Vorhang oder einen hervorstechenden Augapfel. Das Publikum kann sich seine eigene Version des Monsters vorstellen, bis zum Moment, wo das Ding auf einmal für einen Sekundenbruchteil erscheint. Das ist der gemeinsame-revolutionäre Moment. Alle schreien gleichzeitig.

R: Das ist nicht der Grund, weshalb die Schockszenen kurz waren. Wenn man Zeit hat, das Monster anzustarren, sieht man, wie billig der ganze Effekt ist.

J: Du bist ein Monster, komm.

R: Immerhin bin ich nicht böse.

Marie Angeletti (*1984 in Marseille) stellte vor Kurzem ihre Arbeit in der Kunsthalle Wien aus und hatte Einzelausstellungen u.a. in Le Consortium, Dijon, castillo/corrales, Paris und Carlos/Ishikawa, London.

Julika, the intern: I found it. Anger, not Corman:

At the Festival du Film Maudit in Biarritz in 1949 a different approach to collective dreams, myths and desire...images of magic rituals in which each sign points to some unknown transcendence...heightened sensuality resulting from the intensely opulent colours and the way individual images are blended imbue these films with a baroque splendour. ...inspired Roger Corman... Kenneth Anger‘s oeuvre at the Künstlerhaus Bremen is his first solo exhibition in Germany. ..catalogue will be published by Revolver. Kenneth Anger // Film als magisches Ritual

Rose, the employee: 2006, that was a decade ago, no one will even remember.

J: You know with Corman, it‘s just a claw through a curtain or a bulging eyeball. The audience members form their individual version of the monster. Then at the climax, the whole thing suddenly appears for a split-second. This is the communal-revolutionary moment. Everyone screams together.

R: That’s not why the shock scenes are short. If you have time to stare at the monster, you see how cheap the whole effect is.

J: You‘re a monster, come on.

R: At least I‘m not angry.

Marie Angeletti (b. 1984 in Marseille) recently presented her work at the Kunsthalle Wien, and had solo exhibitions among other at Le Consortium, Dijon, castillo/corrales, Paris, and Carlos/Ishikawa, London.


Evening Situation

In der letzen Ausstellungswoche laden wir zu einem besonderen Abend. Um ihre fotografischen Arbeiten hat Marie Angeletti einen atmosphärischen Raum entwickelt. Dort und im Büro werden sich beispielsweise die Wege des Zauberers Alexander Treville mit denen des Dr. Craven und Dr. Bedlo kreuzen – zwei Charaktere aus einem Film des Regisseurs Roger Corman.

Cormans Filme sind unter anderem vom Schaffen Kenneth Angers beeinflusst, dessen Arbeit 2006 im Künstlerhaus Bremen zu sehen war. Im Laufe ihrer Recherchen in Bremen hat Marie Angeletti beschlossen, Archivmaterial von Angers Ausstellung nicht nur in den Exponaten sondern auch in dem Text der Einladungskarte zu verarbeiten. Illusion, Magie und Künstlichkeit spielen sowohl in den Filmen Cormans und Angers, als auch in den Arbeiten von Marie Angeletti eine zentrale Rolle.


Gespräch mit Dr. Uwe Spörl

Dr. Uwe Spörl ist Universitätslektor für neuere deutsche Literatur an der Universität Bremen. Sein Schwerpunkt ist die Narratologie, ein Bereich der die Analyse und Differenzierung von Erzähltexten und die Herausarbeitung ihrer Strukturen erforscht.

Wir freuen uns an diesem Abend mit ihm über Theorien und zeitliche Motive in Erzählstrukturen zu sprechen, die nicht nur in der Literatur Anwendung finden. Im Bezug auf die aktuellen Ausstellung von Marie Angeletti stellt sich mitunter die Frage, wie ihre Arbeit Parallelen zu bestimmten literarischen Formaten aufweist. So entwickelte die junge französische Künstlerin ihr Projekt in Bremen aus einem Ensemble aus Fotografien und Objekten, deren Zusammenhang eine eigene Geschichte wiedergibt, dennoch bewusst für die Projektionen der Besucher offen ist.

Die Ausstellung Künstlerhaus Bremen ist an diesem Abend für die Besucher geöffnet.


Mit freundlicher Unterstützung des Bureau des arts plastiques des Institut français und des französischen Ministeriums für Kultur und Kommunikation.