Künstlerhaus Bremen

Pablo Pijnappel // Homer


28. Juli - 7. Oktober 2007

Eröffnung // Opening: Fr 27.07.2007 19.30 Uhr

Begrüßung // Welcoming speech: Waltraut Steimke,
Geschäftsführung Künstlerhaus Bremen
Einführung // Introduction: Stefanie Böttcher, Kuratorische Leitung
Öffnungszeiten: Mi - So 14.00 - 19.00 Uhr
Opening hours: Wed - Sun 14.00 - 19.00 hrs

Künstlerhaus Bremen // Am Deich 68/69 // 28199 Bremen
Tel: 0049.(0)421.508 598 // Fax: 0049.(0)421.508 305
Mail: buero@kuenstlerhausbremen.de

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Programm // Programme:
Sa 22. September 2007, 19:00 // Filmscreening mit Pablo Pijnappel (in engl. Sprache)
Do 4. Oktober 2007, 19:00 // „Transatlantische Biographien: europäische EinwanderInnen in Brasilien“ , Vortrag von Prof. Dr. Sérgio Costa, Soziologe
Führungen // Guided tours:
Do 9. August 2007, 19:00 / Sa 25. August 2007, 16:00 / Sa 8. September 2007, 16:00

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Ausgehend von der eigenen Familiengeschichte und dem nomadenhaften Leben seiner Vorfahren, entwickelt Pablo Pijnappel in seinen Arbeiten ein komplexes Beziehungsgeflecht, in das er den Betrachter verstrickt. Sein Großvater emigrierte aus den Niederlanden über England, Frankreich bis nach Brasilien, wo er sich schließlich niederließ und von wo aus Pablo Pijnappel wieder in die Niederlande zurückkehrte.
Die Frage nach Verwurzelung, die Suche nach Identität werden in immer neuen, subtilen Formen, auf verschiedenen Ebenen und mittels wechselnder Medien umkreist. Indem der Künstler eigene Bilder mit Aufnahmen aus dem Familienarchiv oder Sequenzen aus Kinofilmen verknüpft, erhalten seine Foto- und Videoarbeiten eine allgemeine Gültigkeit; sie lösen sich von der Ausgangsgeschichte, von einer konkreten Person.
Wir folgen den Spuren rastloser Wanderer, erliegen dem Sog der Bilder und finden uns in lebendiger Erinnerung wieder. Wie metaphorische Skizzen rauschen Bilder und Worte an uns vorbei, verschmelzen zu facettenreichen Erzählungen und wahren dabei ihren schemenhaften Charakter. Die Grenzen zwischen Realität und Fiktion, zwischen Vergangenheit und Gegenwart verwischen.

Pablo Pijnappels Ausstellung Homer im Künstlerhaus Bremen ist seine erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland.

Die Ausstellung wird gefördert von dem Generalkonsulat der Niederlande, Hamburg und der Mondriaan Foundation.

Generalkonsulat der Niederlande Mondriaan Foundation


With Reference to his own family history and the nomadic life of his forefathers, Pablo Pijnappel weaves a complex mesh of relationships in his works in which he then involves the viewer. His grandfather emigrated from the Netherlands via England and France to Brazil where he finally settled, and from where Pablo Pijnappel later returned to the Netherlands.
Pijnappel works revolve around the issue of roots, the search for identity, for which he finds ever new and subtle forms expressed at different levels and in different media. Because the artist links his own images with pictures from his family archive or sequences from cinema films, a more general validity accrues to his photo- and video-works, which break away from the initial story, from the concrete person.
We follow the trail of restless wanderers, succumb to the attraction of the images and rediscover ourselves in vivid memories. Images and words glide past us like metaphorical sketches, blending into multifaceted narratives while still preserving their schematic character. The borderlines between reality and fiction, past and present, become blurred.

Pablo Pijnappel’s exhibition Homer at the Künstlerhaus Bremen is his first institutional solo-exhibition in Germany.

The exhibition is being funded by the General Consulate of the Netherlands, Hamburg and the Mondriaan Foundation.

Generalkonsulat der Niederlande Mondriaan Foundation


Filmscreening mit Pablo Pijnappel

Sa 22. September 2007, 19.00 Uhr // Eintritt frei

Im Rahmen der Ausstellung Pablo Pijnappel // Homer laden wir Sie herzlich zu einem Filmscreening mit Pablo Pijnappel ein. Gezeigt werden dessen Filme Rio (2005, 16mm-Film, 5 min) und Walderedo (2006, 16mm-Film, 34 min).

In seinen Arbeiten umkreist Pablo Pijnappel immer wieder die eigene Familiengeschichte und das Leben enger Bekannter. Der Weg der Pijnappels führte von den Niederlanden über England, Frankreich bis nach Brasilien, wo sie sich niederließen. Von dort kehrte Pablo wiederum als 19jähriger in die Niederlande zurück, wo er bis heute lebt. Diesen Kontext des Unterwegsseins, der Rastlosigkeit und Suche nach Verortung nimmt Pablo Pijnappel auf und folgt den Genannten, auf ihren meist abenteuerlichen, aber stets skurrilen Reisen und Erlebnissen in Form von Filmen sowie Fotoarbeiten.


Transatlantische Biographien: europäische EinwanderInnen in Brasilien

Vortrag von Prof. Dr. Sérgio Costa, Soziologe

Do 4. Oktober 2007, 19.00 Uhr // Eintritt frei

Die Hafenstadt Rio de Janeiro bildete schon immer eine wichtige Brücke zwischen Europa und Südamerika. Vor 200 Jahren etablierte sich dort der portugiesische König, nachdem er und sein Hof von Napoleon aus Portugal vertrieben worden waren. Bis ins 20. Jahrhundert blieb die Stadt ein wichtiges Experimentierfeld, in dem gesellschaftliche Innovationen und wichtige kulturelle Bewegungen entstanden sind - von der Samba bis zur Bossa Nova. Auch nationale Ideologen zelebrierten Rio als Paradebeispiel der gelungenen Koexistenz von Kulturen, Ethnien und Klassen.
Seit den 80er Jahren ändert sich dieses Bild jedoch zunehmend: soziale Unordnung, Gewalt und Kriminalität verbreiten sich immer stärker, was sich auch auf die Kulturszene auswirkt. Es sind nicht mehr die gebildeten Intellektuellen aus Leblon oder Ipanema, sondern Jugendliche aus armen Vierteln, die neue musikalische und künstlerische Ausdrucksformen entwickeln.
Der Vortrag gibt einen Überblick über diese beiden Phasen der Stadtgeschichte. Beginnend mit einer Einführung in die europäische Einwanderung nach Brasilien insbesondere nach Rio de Janeiro endet er mit einem Ausblick auf die beschriebenen aktuellen Tendenzen.

Prof. Dr. Sérgio Costa
ist habilitierter Soziologe und seit 2005 Forschungsprofessor am Brasilianischen Zentrum für Analyse und Planung (CEBRAP, São Paulo). Derzeit hat er eine DAAD-Professur an der Universität Flensburg inne.
Seine aktuellste deutsche Publikation Vom Nordatlantik zum Black Atlantic.
Postnationale Konfigurationen und Paradoxien transnationaler Politik
erschien in diesem Jahr bei transcript in Bielefeld.