Sebastian Gräfe // Die weiteren Aussichten
Pressemeldung
Einladung zum Pressegespräch
Donnerstag, 19. Mai 2011 um 10:00 Uhr
Sebastian Gräfe
Die weiteren Aussichten
21. Mai - 10. Juli 2011
Eröffnung: 20. Mai 2011, 18:00 Uhr
Alle reden übers Wetter. Entweder ist es zu kalt oder zu heiß, man beklagt sich über Regen und Schnee. Scheinbar unbewusst schneiden wir in nahezu allen Konversationen dieses Thema an. Es gibt unzählige Weisheiten und Sprichworte darüber. Warum aber ist das Wetter so interessant? Vielleicht ist es seine Wechselhaftigkeit und Ungreifbarkeit. Wetterkatastrophen wie Flutwellen oder Wirbelstürme führen uns immer wieder vor Augen, wie wir den unbeherrschbaren Launen des Wetters ausgeliefert sind, doch gleichzeitig üben diese Extreme eine enorme Faszination auf uns aus.
Dem Wetter und seinen Spielarten hat sich auch der Künstler Sebastian Gräfe verschrieben. Immer wieder greift er das Wetter in seinen diversen Erscheinungsformen auf und verknüpft sie mit den Elementen, Zeit oder Geschwindigkeit. Auch die Arbeiten, die er für seine Ausstellung Die weiteren Aussichten im Künstlerhaus Bremen anfertigt, widmen sich dem Thema „Wetter" und zwar indem er den Innenraum der Galerie in eine Wettervorhersagestation verwandelt.
Ausgangspunkt war dabei das seit dem Ende des 19. Jahrhunderts aufkommende Monument der Wettersäule. Diese mit Barometer, Thermometer, Hygrometer sowie Normaluhr ausgestatteten Bauwerke trugen dem Interesse der Menschen an der Beobachtung meteorologischer Phänomene Rechnung und zu einer Messung wie Systematisierung des Wetterzustandes bei. So konnte der Passant im Vorbeigehen die Wetterdaten verfolgen, schnell und zuverlässig mögliche Wetterumschwünge erfassen und sich auf sie vorbereiten.
Sebastian Gräfe überträgt nun die Funktionen der Wettersäule auf die Architektonik und Einrichtung des Ausstellungsraumes, indem er ein neuartiges Mess- und Anzeigesystem entwickelt. Täglich werden verschiedene meteorologische Daten wie Temperatur, Luftdruck, Luftfeuchtigkeit oder Windstärke gesammelt und in das erdachte Regelwerk im Innenraum überführt. Auf subtile Art und Weise werden so das Wetter und seine Betrachtung in das Künstlerhaus Bremen hinein gespiegelt und sichtbar gemacht. Es entstehen unauffällige Zeichen und Verweise, wie sie uns auch im Alltag, in der eigenen Wohnung begegnen. So schließen wir zum Beispiel bei schlechtem Wetter das Fenster und öffnen es bei Sonnenschein. Solcherlei unaufdringlichen, jedoch präzisen Eingriffe zeichnen die Arbeitsweise von Sebastian Gräfe aus. Der Künstler wird verschiedene „Anzeigemedien" im Ausstellungsraum anordnen, die die aktuellen Wetterdaten visualisieren. So wird Gewöhnliches wie eine Wasserflasche oder eine Vase mit frischen Blumen zum Indikator für Luftfeuchtigkeit oder Temperatur. Der Besucher wird selbst zum Entdecker und Wetterbeobachter, erst im Kleinen in der Galerie, später im großen, sich ständig wandelnden Kosmos der eigenen natürlichen Umgebung. Und auch darum geht es - um das, wofür Wind, Sonne oder Himmel stehen. Sebastian Gräfe sensibilisiert uns für die Freiheit und Grenzenlosigkeit der Natur. Er beobachtet und erforscht unseren unmittelbaren Lebensraum, die Welt. Dazu bedient er sich verschiedener künstlerischer Techniken wie Installation, Skulptur, Fotografie, Video oder Zeichnung. So lenkt er die Aufmerksamkeit der Menschen wieder auf das Alltägliche und Unscheinbare. Nehmen wir uns einen Moment Zeit, schauen wieder mal genauer hin und besinnen uns. Die unmittelbare Umwelt, die Natur, der Himmel halten so viele kleine Wunder bereit, die nur darauf warten entdeckt zu werden.
Sebastian Gräfe (*1976 in Grimma) erhielt 2006 den 30. Bremer Förderpreis für Bildende Kunst. In den folgenden Jahren führten ihn Stipendien nach Stuhr-Heiligenrode oder Edenkoben. Er zeigte Einzelausstellungen u.a. im Kunstverein Cuxhaven, Galerie Lena Brüning, Zern Berlin, Kunstverein St. Pauli und in der Simultanhalle Köln. Anlässlich der Ausstellung Die weiteren Aussichten im Künstlerhaus Bremen erscheint ein umfassender Katalog.
Die Ausstellung wird gefördert von der Karin und Uwe Hollweg Stiftung, dem Senator für Kultur Bremen und der Karin Abt Straubinger Stiftung.
Pressefotos
Pressestimmen
- Kunst - heiter bis wolkig //
Weser Kurier, 20. Juni 2011 - Vier Schirme und ein geschlossenes Fenster //
Verdener Aller-Zeitung, Nr. 117, 20. Mai 2011 - Ungewöhnliche Vorhersagen //
Links der Weser, 29. Mai 2011
Ausstellungsansichten Sebastian Gräfe Die weiteren Aussichten, Künstlerhaus Bremen 2011
Fotografie: Tobias Hübel





