Künstlerhaus Bremen

Space Revised // #2 Verbleib unbekannt


Pressemeldung

Space revised // #2 Verbleib unbekannt

Bob Braine & Leslie C. Reed / Elín Hansdóttir / Erik Olofsen /
Guido van der Werve / John Wood & Paul Harrison


17. Mai – 16. August
Eröffnung: Samstag, 16. Mai  09, 18 Uhr

Der Mensch bewegt sich innerhalb eines Systems aus festen Bezugsgrößen, dem Raum-Zeit-Kontinuum. Der dreidimensionale Raum und die Zeit sind Parameter auf die wir uns blind verlassen, die nötig sind zur Orientierung und Fortbewegung. Doch was passiert, wenn man diese Konstanten ausblendet oder verliert? Innerhalb des Kooperationsprojektes Space Revised // #2 Verbleib unbekannt wird das Künstlerhaus Bremen den Fragen nach der Bedeutung von Raumkoordinaten und den Folgen eines Verlustes selbiger nachgehen.
So befindet sich Guido van der Werve in seinem Film Everything is going to be alright am Nordpol. Er durchschreitet das ewige Eis scheinbar ohne Ziel und ohne Orientierungspunkte. Allein der Zuschauer erblickt den riesigen Eisbrecher, der dem Künstler in geringem Abstand folgt.
Mittels ihrer installativen Raumeingriffe entzieht Elín Hansdóttir dem Koordinatensystem der Besucher im wahrsten Sinne des Wortes die Basis. Stets schafft sie Orte, die teils geringfügigen, teils ganz massiven Veränderungen unterzogen werden. So entsteht im Künstlerhaus Bremen ein Wegsystem innerhalb eines bereits existierenden Raumes, das der Besucher betreten kann. Doch nichts ist normal in diesem Irrgang, der jeglichen räumlichen Anhaltspunkt entbehrt und den Besucher bis an die Grenzen seiner Orientierung bringt.
Räumliche Strukturen und deren Dekomposition bilden den Kern von Erik Olofsens Arbeiten. Bestehende Architekturen und Modelle zerlegt er und setzt sie anschließend in neuer Ordnung wieder zusammen. Oftmals geht damit gleichzeitig die Transformation in oder Kombination mit einem anderen Medium einher. Es findet eine Durchdringung räumlicher Situationen, von Zwei- und Dreidimensionalität statt - so werden beispielsweise Blätter zu tragenden Elementen oder Wände verwandeln sich in abstrakte Gebilde.
John Wood & Paul Harrison schließlich bewegen sich in ihren Videoarbeiten immer wieder in weißen Zellen, die mit nichts anderem als ihren Personen und verschiedenen Hilfsmitteln bestückt sind. Diese Utensilien fungieren gemeinsam mit Körpern der Künstler als Mittel, den Raum zu beschreiben, einen aus der Interaktion verschiedener Korpi resultierenden Raum und damit ein eigenes Bezugssystem zu schaffen.
Das New Yorker Künstlerduo Bob Braine & Leslie C. Reed schließlich markiert mit einer Intervention im öffentlichen Raum den etwa 300 Meter langen Fußweg zwischen GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst und Künstlerhaus Bremen.
Es gibt zahlreiche Beispiele und Möglichkeiten, sich in der Situation wieder zu finden, das bekannte Bezugssystem zu verlieren sich nicht mehr verorten zu können. Hierbei spielen die räumliche Wahrnehmung und die Orientierung eine wichtige Rolle, ebenso die Erfahrung wie auch Kontrolle des Raumes. Interessant ist neben dem Zustand der Orientierungslosigkeit selbst aber auch das Verhalten, das aus ihm resultiert. Verschiedene künstlerische Strategien sich einer solchen Lage zu nähern, sie zu provozieren und mit ihr umzugehen werden im Künstlerhaus Bremen vereint.

Die Ausstellung wird gefördert durch Kulturstiftung des Bundes, Bremen Marketing GmbH, Generalkonsulat der Niederlande und Senator für Kultur Bremen.


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Pressestimmen


Fotografie Ausstellungsansicht Jens Weyers