Stella Geppert // Bist du da?
Pressemeldung
Stella Geppert
Bist du da?
12. Mai - 8. Juli 2007
Eröffnung: Freitag 11. Mai um 19.30 Uhr
Stella Geppert schafft in ihren Arbeiten neue Umgebungen und verschiebt die Wahrnehmung der Beteiligten. Sie unternimmt Raumeingriffe unterschiedlichster Form an öffentlichen Orten, um sich und den Rezipienten ihrer Arbeiten ungewohnte Räume zu schaffen und Einblicke in die entstandenen Gefüge zu ermöglichen. Dies geschieht jedoch in oftmals sehr subtiler Weise – an der Grenze des Unmerklichen setzt sie mit ihren Interventionen an, riskiert damit, dass sie allein im Unterbewussten bleiben. Dem Raum nähert sie sich zunächst über Fotografien in Serie, die für dessen Durchdringung und Befundaufnahme nötig sind. Fotografien übernehmen bei Stella Geppert neben der Rolle des Archivierungsmediums ihres ephemeren Œuvres daher oft die Funktion von Skizzen, auf formaler wie inhaltlicher Ebene. Der sozialen Bedeutung und den inneren Strukturen eines Ortes kommt die Künstlerin anhand der Skizzen sowie intensiver Beobachtungen auf die Spur. Über einen Zeitraum hinweg begibt sie sich an den Ort und studiert intensiv die eigenen und fremdbestimmten Tätigkeiten und Bewegungen. Dabei bilden die umfangreichen Dokumentationen der uns umgebenden Wirklichkeit den Ausgangspunkt für die entstehenden Interventionen. So fängt Stella Geppert Bewegungen innerhalb des Raumes ein und thematisiert solchermaßen die Verortung der Menschen im Raum, deren Beziehung zu ihm, zueinander und zu Objekten. Dies alles betrifft jedoch jeweils einen konkreten Platz oder eine Situation, eine einzige Versuchsanordnung, ausschnitthaft und ohne Anspruch auf eine universelle Gültigkeit.
Wie bereits dem Ausgangsmaterial liegt den Arbeiten Stella Gepperts ein performativer Ansatz zugrunde, der einen ebensolchen Umgang mit ihnen provoziert. Die Künstlerin gibt durch ihren Eingriff in eine bestehende Situation lediglich den Anlass zur eigenen Neupositionierung und Interpretation der Veränderungen. Manchmal so minimal, dass sie kaum wahrnehmbar sind, manchmal so unmittelbar, dass sie die gesamte Wahrnehmung ins Wanken bringen, unterbricht Stella Geppert den Fluss, die Berechenbarkeit einer gewohnten Umgebung.
Für ihre Einzelausstellung im Künstlerhaus Bremen entwickelt Stella Geppert eine raumdurchdringende Installation. Durch die Konstruktion neuer räumlicher Ebenen, den Einsatz von Spiegelelementen und Enthüllung bestehender Strukturen verstrickt sie den Besucher der Ausstellung in ein Labyrinth neuer Sinneseindrücke, lässt ihn an seinem eigenen Standpunkt zweifeln und versetzt ihn in einen Zustand, der zwischen An- und Abwesenheit changiert.
Stella Geppert lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte Bildende Kunst an der Universität der Künste, Berlin bei Prof. Schoenholtz. In den Jahren 2002-05 hatte sie einen Lehrauftrag für Bildhauerei an der Universität der Künste, Berlin inne und ist seit 2003 als künstlerische Mitarbeiterin an der TU Berlin tätig. Zahlreiche Stipendia und Ausstellungen führten sie u.a. nach Kopenhagen, Solothurn und Tokio.
Pressefotos
Pressestimmen
- Dezenter Baustellencharme //
Weser Kurier, Nr. 115, Sonnabend, den 19. Mai 2007 - Durchblicke und Spiegelbilder //
Kreiszeitung, Syker Zeitung, Nr. 130, Donnerstag, den 7. Juni 2007


