Thomas Kapielski // Benötigt Wasser den Freischwimmer?
16. Februar - 4. Mai 2008
Eröffnung // Opening: Fr 15.02.2008, 19:30
Begrüßung // Welcoming speech:
Stefanie Böttcher, Künstlerische Leitung Künstlerhaus Bremen
Ausstellungsvortrag mit Führung // Lecture with guided tour:
Thomas Kapielski, Berlin
Künstlerhaus Bremen // Am Deich 68|69 // 28199 Bremen
Tel: 0049.(0)421.508 598 // Fax: 0049.(0)421.508 305
Mail: buero@kuenstlerhausbremen.de
Mi Wed – So Sun 14:00–19:00
Geschlossen // Closed 21.03.2008 // 01.05.2008
- Programm // Programme:
- 15.02.2008, 20:00 // Ausstellungsvortrag mit Führung // Thomas Kapielski, Berlin
- 16.04.2008, 19:00 // Tod durch Käse und Kunstgeschichte. Zu Pier Paolo Pasolinis La ricotta
Vortrag von Prof. Dr. Michael Glasmeier, Kunsthistoriker
- Führungen // Guided tours:
- 06. März 2008, 19:00 // 29. März 2008, 16:00 // 26. April 2008, 16:00
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OB RITUALE, Wortwendungen oder omnipräsente Gebrauchsgegenstände - nichts entgeht Thomas Kapielskis scharfem Blick. Mit viel Humor und Wortwitz nimmt er unter die Lupe, was uns umgibt. So offenbaren sich außerordentlich banale Begebenheiten des Lebensalltags als grotesk außergewöhnlich. Lakonisch in Text und Bild, wortgewaltig und mit präzisem Strich karikiert Thomas Kapielski die Tücken wie Unsinnigkeiten der Sprache und setzt sich ganz nebenbei über jegliche Gattungsgrenze hinweg. So entstehen Fotografien, Objekte, Collagen und Gemälde mit geistreichen Texten voller Ironie. Abgründe der Semantik oder Benötigt Wasser den Freischwimmer?
Thomas Kapielski wurde 1951 in Berlin geboren. Seitdem studierte er Geographie, Musikwissenschaft, Philologie, Philosophie sowie Theologie und ist seit den 70er Jahren u.a. als Bildender Künstler und Literat tätig. Benötigt Wasser den Freischwimmer? vereint Teile von Kapielskis Gesamtkunstwerk der letzten Jahre.
Die Ausstellung wird gefördert vom Senator für Kultur Bremen.
BE IT RITUALS, turns of phrase or omnipresent utility goods - nothing escapes Thomas Kapielski’s keen eye. With humour and wit, this artist scrutinizes the things that surround us. The result is that extremely banal everday items appear grotesque. Thomas Kapielski laconically caricatures the tricks and absurdities of language in text and images, with eloquence and a meticulous line. In doing so also blithely ignores the borders between the genres. This gives rise to photographs, objects, collages and paintings with clever texts full of irony. The unplumbed depths of semantics, or Benötigt Wasser den Freischwimmer?
Thomas Kapielski was born in Berlin in 1951. He studied geography, musicology, philology, philosophy and theology, and has been working since the 1970s, among other things, as a fine artist and writer. Benötigt Wasser den Freischwimmer? brings together parts of Kapielski‘s oeuvre of the past years.
The exhibition is supported by the Senator für Kultur Bremen.

Tod durch Käse und Kunstgeschichte. Zu Pier Paolo Pasolinis La ricotta
Vortrag von Prof. Dr. Michael Glasmeier, Kunsthistoriker
Mi 16. April 2008, 19:00 Uhr
Pier Paolo Pasolinis La ricotta von 1963 ist der Film im oft quälerischen Gesamtwerk des Schriftstellers und Regisseurs, der von einer dichten, atmosphärischen Leichtigkeit geprägt ist. Reflexionen zu Religion und Tod bestimmen das Stück, in dem Slapstick und Passionsspiel aufeinander treffen.
Der Vortrag handelt davon, wie sich in dieser dreißigminütigen Manifestation film-, kunst-, literatur- und musikhistorische Erfahrungen bündeln und gleichzeitig die Systeme der Kunst und des Kunstmachens im gesellschaftlichen Raum fragwürdig werden. Orson Welles führt uns in seiner Rolle des allmächtigen, zynischen Regisseurs eines Passionsfilms die Ohnmacht der Kunst in einem von ihr abgespalteten, hungrigen Leben an der Peripherie Roms vor.
Die Veranstaltung findet anlässlich der Ausstellung von Thomas Kapielski Benötigt Wasser den Freischwimmer? statt, da sich seine Werke ähnlichen Fragen zu Anspruch und Wirksamkeit von Kunst, zur Auseinandersetzung mit Kunstgeschichte und –machen stellen und zwar mit einer Leichtigkeit, die nicht nur heute selten zu finden ist.
Michael Glasmeier
studierte Kunst-, Literaturwissenschaft und Philosophie in Berlin und Marburg. Nach seiner Promotion hatte er Professuren an der Hochschule für Architektur und Bauwesen Weimar und an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig inne. Seit 2005 lehrt er als Professor für Kunstwissenschaft an der Hochschule für Künste Bremen.
Neben zahlreichen Veröffentlichungen zur Kunstgeschichte und zur Theorie und Praxis zeitgenössischer Kunst war er als Ko-Kurator von Ausstellungen wie zum 50jährigen Jubiläum der documenta in Kassel (2005), Barock und zeitgenössischer Kunst (2001), Künstlerbüchern (1994) und visueller Poesie (1987) beteiligt.



