Preechaya Siripanich

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Die Werke von Preechaya Siripanich (*1973 in Saraburi, lebt in Bremen) sind Fremdkörper in einer vertrauten Welt. Uns bekannte Objekte, Materialien, Bilder fasst der thailändische Künstler in bizarren Konstellationen, ordnet sie in neue Zusammenhänge ein. So auch seine Arbeit Bettlerjagd (2008), die bereits aufgrund des Titels befremdet. Ein papierner Falke, Figur der Sonne und des Lichts, auf einem schwarzen Behälter – bei genauerem Blick stellt sich heraus, der Vogel sitzt nicht, sondern ist eingehakt und zwar auf der Nachbildung einer Schachtel für Bratnudeln, auf die man bei jedem asiatischen Take-away stößt. Die Kreatur trifft auf ein zivilisatorisches Fragment, Natur und Stadt prallen aufeinander. Durch den Titel und die in den Boden der Verpackung eingelassene 1-Euro-Münze öffnet sich noch eine zusätzliche Lesart: Die Wunder der Zivilisation haben eine Kehrseite, sie sind janusköpfig und dadurch auch in ihrer Funktion mehrdeutig. Aus Gewohntem entsteht Fremdartiges, das ein tiefes Entwurzeltsein transportiert.

Preechaya Siripanich
Bettlerjagd, 2008
Papierobjekt mit Unikatcharakter
55 x 27 x 22 cm
Auflage 5
Preis: 799 €