Ingo Vetter

IV Bremen

Die Arbeit von Ingo Vetter (*1968 in Bensheim, lebt und arbeitet in Bremen) erforscht, untersucht und verlagert Materialien von unterschiedlichster Herkunft, die oft historisch oder politisch konnotiert sind. Sowohl eine Henry Moore Skulptur als auch eine invasive Pflanze oder Autoreifen können somit als Ausgangspunkt seiner Arbeit dienen. Der Künstler offenbart ihr subversives Potenzial, indem er sie in neuen Kontexten einsetzt oder aus weiteren, unverwandten Materialien erneut gestaltet. Seine Werke, meist Skulpturen, reflektieren Sitten, Gewohnheiten oder Produktionstraditionen und deren politische Zusammenhänge.

Das Genre der Tischskulptur aus Porzellan entspringt der höfischen Tradition, die kleine Plastiken auf dem Esstisch als Einführung in die Thematik des Abends nutzte. Der Restmüllcharakter der Reifen, deren Motiv er für die Gestaltung seiner Porzellanvasen verwendet, kontrastiert mit der Präziosität des ausgewählten Materials. Die kleinen darauf platzierten Schnecken sind dem klassischen Stillebenrepertoire entliehen. Vetters Veredelung von Relikten der Post-industriellen Welt ist in Zusammenhang mit seinen zahlreichen Besuchen und Projekten in Detroit, Geburtstadt des Fordismus, entstanden. Die hochwertigen Porzellanvasen wurden hingegen in der Keramikwerkstatt der Hochschule für Künste Bremen modelliert, gegossen und gebrannt.

Ingo Vetter
Vase for Ailanthus, 2013
Mont Blanc Porzellan
Maße variabel
3 Unikate
H 13,5 x ø 9 cm: 200 € (nicht mehr verfügbar)
H 35 cm x ø 10 cm: 320 € (nicht mehr verfügbar)
H 23 cm × ø 35,5 cm: 700 €